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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Bewerben und Packen September 26, 2012

Heute war ich nun das zweite Mal in Berlin und habe mein fertiges Visum abgeholt, nächste Woche geht es also nach China für ein halbes Jahr mit Weihnachts- und Skipause.

Mittlerweile denke ich auch schon wieder drüber nach, welche Projekte ich bearbeiten werde und wie und was und wo ich veröffentlichen werde.

Denn wenn ich schon nach China gehe soll die Zeit dort dann wenigsten sinnvoll genutzt werden.

Mein Gehalt da wird ungefähr der maximale Hartz4 Satz sein (das DAAD Stipendium bekomme ich leider nicht), aber hoffen wir mal, dass mein Lebenslauf dadurch dermaßen aufgewertet wird, dass es im Nachhinein nicht schadet, sondern sich eher noch lohnt.

Ich habe mich diese Woche auch mal bei Siemens beworben, die haben da so ein durchgeplantes Graduiertenprogramm um sich ihre zukünftigen Manager zu erschaffen, und die nehmen sogar ab und an auch mal Biologen 😉 Also, Daumen drücken.

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Vitamin B September 11, 2012

Nachdem mir nun einige Leute diverse Körperteile und Organe abkaufen wollten, habe ich erstmal beschlossen, dass es sich für die nächsten zwei Wochen eigentlich auch nicht mehr lohnt, zu arbeiten, da ich sowieso noch einige Male nach Berlin fürs Visum fahren muss und ich außerdem auch mal so richtig frei machen könnte. Und nein, ich verkaufe nichts.

Hab gestern auch mal wieder eine richtige hoffnungsvolle Bewerbung losgeschickt, da geht es um eine Stelle bei mir an der Uni für 2 Jahre mit Lehrtätigkeit. Mich scheint dann doch einiges in Richtung Akademie zu ziehen. Entscheidungen werden hier aber auch erst im Dezember gefällt, vom Projekt und vom Gehalt würde es aber passen. Wäre aber trotzdem eine Entscheidung weg von der Industrie.

Allerdings kenne ich da das Institut und den Professor dazu, und da anscheinend alles über Beziehungen läuft, muss ich nun hoffen, dass keiner weiter eine bessere zu ihm hat 😉

 

 

 

„Darfs auch etwas mehr sein?“ September 4, 2012

So wie es aussieht scheint es nun doch ein wenig problematischer zu sein ein Visum für China zu bekommen.

Einige Anforderungen wurden nun wohl verschärft und da ich in Deutschland ja nicht mehr arbeite oder studiere, brauche ich nun eine offizielle Arbeitserlaubnis. Und die will natürlich in China erstmal korrekt beantragt werden und eine Weile auf den zuständigen Ämtern rumliegen.
Wenn ich Pech habe, muss ich meinen Flug sogar noch verschieben.

Jetzt überleg ich ob ich nicht noch was anderes arbeiten sollte, habe jetzt noch einen Monat Wartezeit, und da ich kein Geld zum Wegfahren und -zum Glück- grad keine arbeitslosen Freunde habe, ist es ganz schön langweilig immer nur drauf zu warten, dass etwas passiert, dann lieber arbeiten.

Das ist natürlich in einer extrem überfüllten Studentenstadt fast unmöglich, denn bevorzugt werden natürlich Studenten eingestellt, alles andere wäre zu aufwendig was Sozialversicherungen und Ähnliches angeht. Und als was könnte ich arbeiten? Telefontante wäre lustig, so als Sommervertretung für jemanden oder sowas. Kellnern wäre auch in Ordnung, aber wie gesagt, da werden Studenten bevorzugt. In der Innenstadt werden auch grade viele Lehrlinge gesucht, aber das ist ja nichts kurzfristiges. Früher sind die Jungen bei sowas doch immer „aufn Bau“ gegangen 😉 Oder sowas wie Erntehelfer? Aber da wurden bestimmt auch schon günstigere Arbeitskräfte eingekauft 😦

Verkaufen könnte ich sicher auch gut, „darfs noch ein bißchen Aufschnitt sein?“ oder Haare schneiden, das würde dann vielleicht nicht so hübsch, aber individuell aussehen 😉 Dann vielleicht doch besser Haare aufkehren?

Meinen Körper möchte ich jetzt auch nicht unbedingt verkaufen 😉 Also wer noch Ideen hat, bitte loswerden 🙂

 

You have to play August 22, 2012

Letzte Woche hat dann noch alles super geklappt mit dem Hochladen meines Antrages. Jetzt habe ich so eine Art Antragsnummer bekommen und darf dann drauf warten, dass es eine Ergebnisliste gibt, ähnlich wie bei Klausuren. Da erfährt man dann erstmal ob man überhaupt über 70 Punkte (von 100) gekommen ist und überhaupt in Frage für ein Stipendium kommt. Danach wird einer Rangliste von oben nach unten das Geld verteilt. Es hängt extrem davon ab, wie man von den drei hoffentlich unabhängigen Gutachtern bewertet wird. Und davon, ob nicht noch ein paar Leute von ihrem Antrag zurücktreten. Letztes Jahr gab es in etwa 3000 Bewerber und am Ende haben so so ungefähr 400 bekommen. Ist ja auch europaweit. Dieses Jahr sind es sicherlich noch mehr Leute, da das Stipendium auch einen immer höheren Bekanntheitsgrad erreicht, und sich Leute von den letzten Jahren immer wieder mit verbesserten Anträgen bewerben dürfen. Das würde ich nächstes Jahr auf jeden Fall auch machen. Wie mein Chef so schön sagte: „You have to play, to see, if you can win.“ Fand ich voll passend.

Jetzt demnächst werde ich noch meinen Humboldtantrag abschicken. Und dann gehts ja auch schon bald nach China.

Habe heute auch noch meine ehemalige Biolehrerin getroffen, und ihr von meiner Situation kurz erzählt, sie fands auch traurig, dass alle ins Ausland gehen, weil sie hier nicht gebraucht werden. Ich hoffe, sie ist jetzt nicht traurig, dass ich Biologie studiert habe;-)

 

Leipzig August 14, 2012

Das neue Biodiversitätszentrum in Leipzig hat einige schicke Stellen ausgeschrieben. Bewerbungsfrist ist der 31. August.

Ich hatte mich auch beworben, mir wurde sogar noch auf Anfrage mitgeteilt, dass ich gerne noch einen Referenzbrief schicken könnte.

Tja und das Ende vom Lied, mein Chef, der natürlich mehr weiss, da die Max Planck Gesellschaft einer der Geldgeber ist, hat mir dann mitgeteilt, dass diese Stelle schon seit fast einem Jahr an einen Kandidaten vergeben ist. Das trifft wahrscheinlich auf alle Stellen zu.

Schade, aber mal wieder ein Beispiel, dass wirklich nichts ohne Beziehungen funktioniert.

Aber dass man dann auch noch einläd und Hoffnungen weckt finde ich dreist. Irgendwas stimmt doch da überhaupt nicht mit dem System der Projektmitteleinwerbung und Projektdurchführung ganz generell. Wenn man vorher schon Kandidaten festlegt, dann sollte das auch im Antrag für das Projekt genau so ersichtlich sein.

 

 

Echte Stellen und kleine Unternehmen August 8, 2012

Nur kurz zu diesem Thema: Stellen, die ausgeschrieben werden und nicht existieren oder schon verplant sind.

Dieses Problem scheint es überall zu geben (bei GOOGLE mal Fake Stellen eingeben), aber ich selbst wurde damit noch nie konfrontiert, ich habe nie darüber nachgedacht, dass Stellen, die ausgeschrieben sind, nur dazu da sind, um Bewerber zu analysieren, automatisch erneuert werden, da die Anzeige löschen zuviel Aufwand bedeuten würde oder dass manche Stellen schon seit Jahren verplant sein können, man diese aber offiziell noch ausschreiben muss.

Am Dienstag hatte ich mit einer Personalerin gesprochen, die nun selbstständig ist und vor allem Seminare zum Bewerben von Naturwissenschaftlern gibt. Supernett, dass sie sich da solange Zeit genommen hat. Fazit des Telefonats:

1. Geduld! Es kann wirklich bis zu einem halben bis dreiviertel Jahr dauern, bis man etwas bekommt, wenn man sich sehr intensiv bemüht.

2. China ist auf beiden Wegen-Akademie oder Industrie- ein guter Weg, einmal da ich da vielleicht ein Stipendium bekomme und dann natürlich für den tollen Lebenslauf, aber auch, weil ich dann im März wiederkomme, und da generell mehr los ist auf dem Arbeitsmarkt.

3. Man sollte eher bei kleinen Firmen oder Kanzleien anfragen, ob man sich bewerben darf, bei den großen ist es mittlerweile auch so, dass sie sich bei der Auswahl von Bewerbern Jahre Zeit lassen können, um einen perfekten Bewerber zu finden.
Ich habe daraufhin erst einmal ein paar Kanzleien in München angeschrieben, bei einigen gab es sogar schon Antworten. Zwei arbeiten nicht im Bereich LifeSciences und bei der anderen wollten sie alle meine Unterlagen haben, die wurden angeblich angeschaut. Allerdings brauchen die dann doch auch grad keine Biologen, weil sie erst welche eingestellt haben. Aber zum Beispiel allein in München gibt es 229 Kanzleien. Am Ende reicht ja eine, und vielleicht ist es da wirklich im März besser mit den freien Stellen (oder zum Oktober hin).

 

 

Alternativen August 4, 2012

Am Dienstag habe ich meinen Hartz4 Antrag abgeschickt, und gleichzeitig noch eine Bewerbung für eine Stelle in Leipzig, dort wird ein neues Biodiversitätszentrum eröffnet und ich habe mich dort als Scientific Coordinator beworben. Allerdings hab ich dabei schon wieder ein schlechtes Gefühl, denn telefonisch habe ich dort niemanden erreicht, die haben wahrscheinlich Sommerferien. Und so ohne persönliche Beziehungen geht ja garnichts. Vielleicht versuch ich dann nächste Woche nochmal jemanden zu erreichen, denn eine reine Bewerbung, also nur das Anschreiben plus Unterlagen, nimmt keiner ernst, finde ich ein wenig schade, aber so läuft es anscheinend. Hatte auch schon wieder eine Absage im Briefkasten.

An meinem Forschungsantrag schreibe ich leider immernoch, meinem Gastprofessor gefällt mein Projekt in der Beschreibung noch nicht so gut. Also noch keine Ferien.

Hab letzte Woche meinen Schreibtisch geräumt, merkwürdiges Gefühl. Kann immernoch die Bibliothek nutzen und auch meine Experimente beenden, aber ohne Bezahlung.

Mittlerweile denke ich schon über Alternativen nach. Sollte ich vielleicht eine Bar eröffnen? In China Kuchen oder Bratwürste verkaufen? Oder einfach noch ein Jahr lang arbeitssuchend bleiben? Bin schon ein wenig traurig, dass ich gar nicht so richtig die Chance bekomme, mich zu beweisen, also dass die Unternehmen so uninteressiert an ausgebildeten Menschen sind.

 

 
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