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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Karrieregedanken August 2, 2013

Mittlerweile sind 3 Monate vergangen. Ab der nächsten Woche habe ich dann auch ein wenig mehr Verantwortung, da ein neuer Schwung Praktikanten bei uns anfangen wird.

Da müssen jetzt Schulungen organisiert und Einarbeitungspläne erstellt werden, Projekte definiert werden und ich selbst, werde auch eine der Praktikantinnen betreuen.

Das ist dann auch ein ganz guter Zeitpunkt, die Sommerferien sind vorbei und es wird in neue Verkaufsprojekte gestartet, bzw. kommen meine Mitarbeiter auch aus dem Urlaub wieder und einige Projekte können endlich weiter gehen.

Ich bin auch gerade in einer Phase, wo ich mich langsam eingearbeitet habe und ich mich frage, wohin ich will. Was sind meine weiteren Pläne? Sicher muss ich ein Jahr Berufserfahrung sammeln, bevor irgendwas weiterläuft, auch einfach um abgesichert zu sein.

Aber sollte man in der Zeit nicht schon an seiner weiteren Ausbildung oder Karriere arbeiten? Will ich überhaupt Karriere machen? Brauche ich mehr Geld zum Leben (immer 😉 ) und was will ich mir davon leisten? Erfüllen mich meine Arbeitsaufgaben mit Zufriedenheit oder ist mir das auf Dauer ein wenig zu eintönig? Was kann ich mit meiner Berufserfahrung auf meinem weiteren Berufsweg erreichen? Welche Fähigkeiten sollte ich mir noch aneignen? Lohnt sich ein Fernstudium?

Ich habe das Gefühl in meiner Firma bin ich damit relativ alleine, alle scheinen mit ihren Stellen rundum zufrieden zu sein und auch schon so festgelegt, es scheint zumindest intern gar keinen Platz für einen Aufstieg zu geben.

Sicher habe ich für alle Entscheidungen noch etwas Zeit, zumindest bis zum Ende der Probezeit. Aber das sind alles Fragen, die mich beschäftigen.

 

Angekommen! April 25, 2013

Filed under: Gehalt,Inland oder Ausland,Jobsuche,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 4:48 pm

Nach nun einem guten Jahr auf meinem Weg von der Wissenschaft in die Wirtschaft möchte ich das Jahr gerne zusammenfassen. Und erst einmal das Wichtigste: Ich bin angekommen!

Im Februar 2012 habe ich meine Promotion eingereicht, bis zum Juli habe ich dann noch im Labor gestanden, Projekte beendet, Publikationen geschrieben und im Juli habe ich verteidigt. Dann folgten Humboldt und Marie Curie Anträge, Reisen und Vorstellungstermine (Wien und China) durch das Orientierungsstipendium einer Graduiertenschule und dann von Oktober bis Dezember mein Forschungsaufenthalt in China. In dieser Phase habe ich mich immer mehr in Richtung Unternehmen orientiert, das heißt, ich wollte immer weniger in der Forschung bleiben und habe sukzessive immer mehr Bewerbungen in Richtung Wirtschaft geschrieben.

Zum Jahreswechsel beschloss ich meine Strategie zu wechseln, nachdem ich in China nicht das Potential sah, meine Zukunft zu gestalten und bin in eine der deutschen Städte mit dem größten Potential in Bereich Biotech und Bio Start Up gezogen- nach Berlin. Sicher kann man sich über die Ortwahl streiten, da es mich jedoch vor allem persönlich dort hinzog, bin ich im Januar 2013 nach Berlin gegangen.

Hier habe ich von Februar bis April ca. 100 Bewerbungen an Firmen vor Ort geschrieben, hatte 4 Vorstellungsgespräche und habe seit März zwei Praktika absolviert. Eines in einer Biotech Firma für 2 Monate in Vollzeit und eines als „freier Mitarbeiter“ im Bereich Wissenschaftskommunikation. Dadurch konnte ich Einblicke in beide Bereiche bekommen, einmal in ein Unternehmen, welches selbst forscht und die Produkte dann vermarktet und verkauft und in die Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch haben sich viele sinnvolle Kontakte ergeben, viele Personaler haben mit mir telefoniert und warten scheinbar bloß darauf, dass ich ein halbes bis ein Jahr Berufserfahrung habe. Zwei weitere Vorstellungsgespräche in dieser Woche habe ich abgesagt, genauso wie ein Stipendium für Wien.

Auf jeden Fall habe ich daraus Folgendes gelernt:

  • So viele Bewerbungen wie möglich schreiben! Vor allem in der Bio- Industrie kommt es NICHT auf personalisierte Anschreiben an, verfasst ein Schreiben, das zu allen Stellen passt auf die ihr euch bewerbt, ändert bloß die Anschrift, den Namen und den Grund eurer Bewerbung passend zur Ausschreibung. Dann immer schön senden klicken! Je mehr umso besser! Von 100 Bewerbungen hatte ich 4 Gespräche. Da könnt ihr euch den Umsatz selbst ausrechnen.
  • Jobsnewsletter helfen nur bedingt weiter, ich hatte echt viele abonniert, am besten fand ich jobworld, denn da sind immer alle ausgeschriebenen Stellen aufgetaucht.
  • Initiativ bewerben! Sucht euch im Netz das Branchenverzeichnis eurer Zielgegend aus und schreibt alles an!! Auch hier geht es über Masse! Oft werden Stellen nur pro forma ausgeschrieben oder es werden nur schwer zu besetzende Stellen veröffentlicht (die sonst an Mitarbeiter oder über interne Kontakte besetzt werden würden). Aber landet eure Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt auf dem Tisch, habt ihr gute Chancen gleich in den Auswahlprozess integriert zu werden.
  •   Praktikum hin oder her, mir hat es geholfen. Überlegt euch, wie viel ihr aus einem Praktikum lernen könnt, begrenzt es auf einen engen Zeitraum und macht das Beste draus! Oder sucht euch einen Nebenjob in eurem Fachbereich. Vom zuhause bleiben ergeben sich weder Kontakte noch Erfahrungen!
  •  Geht auch zu Gesprächen, die nicht eure Traumstelle beworben haben! Hier könnt ihr super üben, und auch Kontakte knüpfen. Vielleicht ist die Stelle ja doch genau die Passende oder es gibt auch noch andere Positionen zu besetzen? Genau das Gleiche gilt für Telefoninterviews, und wenn ihr mit dem 20. Personaler sprecht, diese Übungen sind wichtig. Auch bekommt ihr von Personalern Infos zu Stellen, zum Gehalt und sogar zu euren Bewerbungsunterlagen. Fragt nach der Meinung dieser Menschen, die jeden Tag Bewerbungen sortieren, wie kam euer Anschreiben an, wie hoch darf euer Gehalt sein, wie wirkt euer Foto.

 

Diese Woche habe ich nun meinen ersten Arbeitsvertrag in der Industrie unterschrieben und bin schon gespannt wie es weitergehen wird. Natürlich werde ich weiterhin darüber berichten, was ich hier im Unternehmen lerne, was wird wirklich anders sein als an der Uni? Wie wird mir die Arbeit hier gefallen? Wie fühlt man sich in der Industrie, und wie kommt man voran?

 

Netzwerken März 14, 2013

Am 5.03. hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch, dass sich aus der Flut an Bewerbungen ergeben hat, die ich geschrieben habe.

Das Gespräch war ganz gut, die Firma bietet Microarry Lösungen an (Genexpressionsanalysen), und ist ein relativ junges Start Up Unternehmen. Ungewöhnlich war, dass ich im Gespräch zeitgleich mit einer Mitbewerberin saß, wir mussten beide einen kurzen Vortrag halten, zu diesem dann Fragen beantworten und dann wurden wir noch kurz einzeln befragt. Da weiß ich aber noch nicht was dabei rausgekommen ist, die wollten noch mehrere Bewerber interviewen und die Ansprechpartnerin ist bis Montag im Urlaub.

Am Dienstag nach dem Gespräch hat mein Praktikum bei einem Biotech Unternehmen in Potsdam begonnen, bis jetzt habe ich da auch schon wirklich viel gelernt, aber vor allem eins: Netzwerken. Da bin ich im Bereich Sales und Marketing, aber schon mit Schwerpunkt Kundenkontakte generieren. Dafür habe ich jetzt angefangen alle Leute, die mir so einfallen, anzuschreiben, anzufragen oder anzurufen, denn nur im Internet nach Firmen googeln hilft meist nicht weiter. Auch für den Bewerbungsprozess fand ich das Vernetzen in XING und LinkedIN hilfreich, XING ist meiner Meinung nach eher Deutschland-lastig und LinkedIN mehr international. Und fast jeder, den ich anschreibe, vernetzt sich mit mir, und wenn nicht, dann sind das meist Leute, die dann XING doch sehr selten oder nie nutzen.

Ich habe aber auch schon beobachtet, dass Personaler vor allem nach Bewerbungseingang sofort schauen, ob sie über XING weitere Informationen sammeln können. Deswegen wichtig: UNBEDINGT immer den Lebenslauf abgleichen und schön aktuell halten, dann kann es dann auch mal passieren, dass man von einem Personaler angerufen wird. Mich hat tatsächlich eine angerufen, allerdings lief das Projekt nicht in Berlin und nur als Freiberufler, damit habe ich leider gar keine Erfahrungen.

Nebenbei arbeite ich jetzt noch für den VBio, schreibe da kurze Zusammenfassungen für den wöchentlichen Newsletter zu aktuellen Publikationen. Dafür geht dann zwar Abends immer mal etwas Freizeit drauf, aber ich lese endlich mal wieder mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen und ich lerne hier schon wesentliche Punkte für die Arbeit im Bereich Forschungskommunikation.

Dienstag habe ich dann noch ein Vorstellungsgespräch bei einer Pharmafirma als Pharmareferent, das Thema hatte ich ja schon letztes Jahr, aber da die mich von selbst wieder angeschrieben haben werde ich da auch hingehen und mir das mal anhören, schließlich muss sich in einem Vorstellungsgespräch auch die andere Seite vorstellen.

 

 

Neustart Januar 13, 2013

Über Weihnachten und Silvester haben sich privat bei mir einige Dinge verschoben. Konkret heißt das jetzt: Ich werde nicht zurück nach China gehen. Ich bin wieder arbeitssuchend. Und ich plane nach Berlin zu ziehen.

Warum jetzt ausgerechnet Berlin?

Das versteht man wahrscheinlich nur, wenn man selbst in Berlin wohnt oder jemanden kennt, der dort lebt. Anscheinend gibt es nämlich sowas wie den „Berlin Effekt“: Sobald man als Adresse Berlin angibt und sich in Berlin bewirbt, scheint man irgendwie ernst genommen zu werden. Und selbst wenn man sich in einer anderen Stadt bewirbt, scheint das „Berlin“ in der Adresszeile eigene Anziehungskräfte zu haben.

Ich werde das jetzt ausprobieren. In einer deutschen Großstadt habe ich auch noch nie gelebt. Auf jeden Fall gibt es dort mehr Unternehmen und Möglichkeiten als in Jena. Und es ist immer noch günstiger dort zu leben als in München und gemütlicher als in Frankfurt. Ich bin jedenfalls gespannt und werde euch hier auf dem Laufenden halten. Vielleicht klappt es dann ja doch noch mit der Stelle in einem Unternehmen:)

Ich werde natürlich auch die Chance wahrnehmen über Berlin und meine Erfahrungen dort auch außerhalb der Jobsuche zu schreiben,

wenn ihr mögt, findet ihr den Blog dazu hier:

Ein Jahr in Berlin

 

 

Kleine Entscheidungen und kleine Erkenntnisse Dezember 10, 2012

Filed under: Inland oder Ausland,Jobsuche,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 4:14 am

Ich habe jetzt entschieden, dass ich nicht nach Düsseldorf fahre und das Geld sinnvoller in neue Bewerbungsbilder investiere.
Ich möchte nicht bloß 6 Monate bei einer Zeitarbeitsfirma unter meinem Wert arbeiten, und ich habe auch kein Geld, um die Anfahrtskosten selbst zu bezahlen. Da ich aber noch beschäftig bin, bezahlt das auch kein Amt. Ich bleibe lieber bis Ende März in China, da habe ich dann ein halbes Jahr Auslandserfahrung statt 3 Monate und ich kann hier noch einige Projekte abschließen. Sollte sich ein „richtiger“ Job aus meinen Bewerbungen ergeben, muss dieser Plan natürlich neu überdacht werden.

In Peking habe ich mir eigentlich bloß aus Witz Dale Carnegies „Lifetime Plan for Success“ gekauft. Es umfasst 3 Teile,
1. How to win friends and influence people
2. How to stop worrying and start living
3. The quick and easy way to effective speaking

Ich bin grad beim 2. Teil angekommen, nachdem mich der erste schon etwas nachdenklich gemacht hat. Man muss natürlich bedenken, dass das Buch 1937 veröffentlicht wurde. Dennoch ist dieses Buch glaube ich genau richtig für mich. Meine persönliche Botschaft, die ich bis jetzt daraus entnommen habe: Die Vergangenheit ist vorbei und nicht änderbar und die Zukunft hat noch nicht angefangen, darüber brauch ich mir also keine großen Sorgen machen (natürlich darf man planen, aber nicht in große Ängste ausbrechen), solange ich im Heute alles gebe und meine täglichen Aufgaben mit der größten Motivation und Sorgfalt erledige. Und dass ich mich nicht dabei tot hetzen muss, während ich versuche den Erfolg anderer nachzumachen. Mich gibt es nur einmal und ich sollte herausfinden, was mir am meisten Spaß macht und mich erfüllt. Klingt alles ein wenig weihnachtlich-pseudophilosophisch. Aber ich vergesse wirklich oft den Tag zu nutzen und zu genießen, weil ich Angst um meine Zukunft habe.
Auf jeden Fall bin ich nach meiner Entscheidung gegen Düsseldorf ruhiger geworden und sehe eine Winzigkeit positiver in meine Zukunft.

 

Marie Curie November 27, 2012

Filed under: Absagen,Inland oder Ausland,Jobsuche,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 8:17 am

Das Marie Curie Stipendium für Wien habe ich leider nicht bekommen (jetzt ist nur noch der Humboldtantrag dafür im Rennen). Heute habe ich den Bescheid bekommen, wie mein Antrag bewertet wurde. Man musste am Ende über 70 Punkte haben um überhaupt für das Stipendium berechtigt zu sein. Ich hatte dann 77,90 Punkte. Das ist zwar über der Grenze, was von über 6000 Antragsstellern nur 2938 geschafft haben, aber es werden nur 614 Projekte finanziert. Daher muss man schon mindestens 90 Punkte haben, damit man sich überhaupt Chancen ausrechnen kann, zumindest war es die letzten Jahre immer so. Immerhin habe ich es probiert, ich fand die Kritikpunkte der Gutachter auch plausibel, theoretisch könnte ich den Antrag verbessern und im nächsten Jahr nochmal einreichen. Aber wahrscheinlich bin ich immer noch nicht exzellent genug um von der EU statt vom Sozialamt gefördert zu werden.

Fuer die Bewerbungsstatistik:
25 abgelehnt, 16 offen, 2 Stipendienantraege abgelehnt, 1 offen,
davon 3 Telefoninterviews und 2 Einladungen (davon eine noch offen, die andere nicht erfolgreich).
Und meist liegt es nicht am Bewerbungsschreiben, sondern an der Erfahrung die viele Unternehmen fordern und die ich als Einsteiger nicht habe. Fragt man sich nur, wie die Erfahreneren an ihre Einstiegspositionen gekommen sind.

 

Zeitarbeit? November 26, 2012

Filed under: Inland oder Ausland,Jobsuche,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 4:53 am

Hat irgendwer schon mal Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen gemacht? Vielleicht auch Positive?

Ich habe nun nach einigen Absagen mal das Jobsuche Portal vom Arbeitsamt probiert. Nach Stellen hab ich da immer schon gesucht, jetzt habe ich mich aber direkt angemeldet und kann vom Arbeitsamt vermittelt werden. Jedenfalls hab ich jetzt am Tag meiner Ankunft aus China ein Vorstellungsgespräch in Düsseldorf bei der Job AG, für einen 6-monatigen Job bei einer Biotech Firma im Bereich Projektmanagement. Die Anfahrt wird leider nicht übernommen.
Und Zeitarbeiten haben wirklich einen schlechten Ruf. Angeblich schlechte Bezahlung, kein Kündigungsschutz, unfreundliche Mitarbeiter, wenn’s ums Geld geht…Bis jetzt klangen die ganz freundlich, meine Gehaltsvorstellung kennen sie auch schon, und verhandeln werde ich darüber auch nicht. Ich denke es wäre auch eine gute Möglichkeit Berufserfahrungen zu sammeln, wenn ich denn wirklich 6 Monate in einer Firma bleiben könnte bzw. wenn die mich da überhaupt erst mal nehmen würden. Andererseits wäre es auch gruselig nach Düsseldorf zu ziehen, um dann 2 Tage später vielleicht schon gekündigt zu werden. Und dafür dann auch die Stelle in China, die ich noch 3 Monate hätte, aufzugeben. Jetzt weiß ich nicht so richtig was ich machen soll. Ob einem das Arbeitsamt die Anreise zum Vorstellungsgespräch bezahlt? Vielleicht sollte ich da mal nachhaken.

Ansonsten hab ich mittlerweile insgesamt so an die 30 Absagen, noch 14 Bewerbungen sind offen und der Stipendienantrag läuft noch. Hatte zwischendurch gerade mal 2 Telefongespräche, bei einem gab es dann eine Absage und bei dem anderen hab ich nichts Neues gehört. Bin nun auch dabei einige Firmen, die mich interessieren, einfach mal anzuschreiben, aber ich glaube, Jahresende ist wirklich keine gute Zeit, da muss ich wohl auf den Frühling hoffen.

 

 
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