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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Marie Curie November 27, 2012

Filed under: Absagen,Inland oder Ausland,Jobsuche,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 8:17 am

Das Marie Curie Stipendium für Wien habe ich leider nicht bekommen (jetzt ist nur noch der Humboldtantrag dafür im Rennen). Heute habe ich den Bescheid bekommen, wie mein Antrag bewertet wurde. Man musste am Ende über 70 Punkte haben um überhaupt für das Stipendium berechtigt zu sein. Ich hatte dann 77,90 Punkte. Das ist zwar über der Grenze, was von über 6000 Antragsstellern nur 2938 geschafft haben, aber es werden nur 614 Projekte finanziert. Daher muss man schon mindestens 90 Punkte haben, damit man sich überhaupt Chancen ausrechnen kann, zumindest war es die letzten Jahre immer so. Immerhin habe ich es probiert, ich fand die Kritikpunkte der Gutachter auch plausibel, theoretisch könnte ich den Antrag verbessern und im nächsten Jahr nochmal einreichen. Aber wahrscheinlich bin ich immer noch nicht exzellent genug um von der EU statt vom Sozialamt gefördert zu werden.

Fuer die Bewerbungsstatistik:
25 abgelehnt, 16 offen, 2 Stipendienantraege abgelehnt, 1 offen,
davon 3 Telefoninterviews und 2 Einladungen (davon eine noch offen, die andere nicht erfolgreich).
Und meist liegt es nicht am Bewerbungsschreiben, sondern an der Erfahrung die viele Unternehmen fordern und die ich als Einsteiger nicht habe. Fragt man sich nur, wie die Erfahreneren an ihre Einstiegspositionen gekommen sind.

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Leipzig August 14, 2012

Das neue Biodiversitätszentrum in Leipzig hat einige schicke Stellen ausgeschrieben. Bewerbungsfrist ist der 31. August.

Ich hatte mich auch beworben, mir wurde sogar noch auf Anfrage mitgeteilt, dass ich gerne noch einen Referenzbrief schicken könnte.

Tja und das Ende vom Lied, mein Chef, der natürlich mehr weiss, da die Max Planck Gesellschaft einer der Geldgeber ist, hat mir dann mitgeteilt, dass diese Stelle schon seit fast einem Jahr an einen Kandidaten vergeben ist. Das trifft wahrscheinlich auf alle Stellen zu.

Schade, aber mal wieder ein Beispiel, dass wirklich nichts ohne Beziehungen funktioniert.

Aber dass man dann auch noch einläd und Hoffnungen weckt finde ich dreist. Irgendwas stimmt doch da überhaupt nicht mit dem System der Projektmitteleinwerbung und Projektdurchführung ganz generell. Wenn man vorher schon Kandidaten festlegt, dann sollte das auch im Antrag für das Projekt genau so ersichtlich sein.

 

 

Echte Stellen und kleine Unternehmen August 8, 2012

Nur kurz zu diesem Thema: Stellen, die ausgeschrieben werden und nicht existieren oder schon verplant sind.

Dieses Problem scheint es überall zu geben (bei GOOGLE mal Fake Stellen eingeben), aber ich selbst wurde damit noch nie konfrontiert, ich habe nie darüber nachgedacht, dass Stellen, die ausgeschrieben sind, nur dazu da sind, um Bewerber zu analysieren, automatisch erneuert werden, da die Anzeige löschen zuviel Aufwand bedeuten würde oder dass manche Stellen schon seit Jahren verplant sein können, man diese aber offiziell noch ausschreiben muss.

Am Dienstag hatte ich mit einer Personalerin gesprochen, die nun selbstständig ist und vor allem Seminare zum Bewerben von Naturwissenschaftlern gibt. Supernett, dass sie sich da solange Zeit genommen hat. Fazit des Telefonats:

1. Geduld! Es kann wirklich bis zu einem halben bis dreiviertel Jahr dauern, bis man etwas bekommt, wenn man sich sehr intensiv bemüht.

2. China ist auf beiden Wegen-Akademie oder Industrie- ein guter Weg, einmal da ich da vielleicht ein Stipendium bekomme und dann natürlich für den tollen Lebenslauf, aber auch, weil ich dann im März wiederkomme, und da generell mehr los ist auf dem Arbeitsmarkt.

3. Man sollte eher bei kleinen Firmen oder Kanzleien anfragen, ob man sich bewerben darf, bei den großen ist es mittlerweile auch so, dass sie sich bei der Auswahl von Bewerbern Jahre Zeit lassen können, um einen perfekten Bewerber zu finden.
Ich habe daraufhin erst einmal ein paar Kanzleien in München angeschrieben, bei einigen gab es sogar schon Antworten. Zwei arbeiten nicht im Bereich LifeSciences und bei der anderen wollten sie alle meine Unterlagen haben, die wurden angeblich angeschaut. Allerdings brauchen die dann doch auch grad keine Biologen, weil sie erst welche eingestellt haben. Aber zum Beispiel allein in München gibt es 229 Kanzleien. Am Ende reicht ja eine, und vielleicht ist es da wirklich im März besser mit den freien Stellen (oder zum Oktober hin).

 

 

Alternativen August 4, 2012

Am Dienstag habe ich meinen Hartz4 Antrag abgeschickt, und gleichzeitig noch eine Bewerbung für eine Stelle in Leipzig, dort wird ein neues Biodiversitätszentrum eröffnet und ich habe mich dort als Scientific Coordinator beworben. Allerdings hab ich dabei schon wieder ein schlechtes Gefühl, denn telefonisch habe ich dort niemanden erreicht, die haben wahrscheinlich Sommerferien. Und so ohne persönliche Beziehungen geht ja garnichts. Vielleicht versuch ich dann nächste Woche nochmal jemanden zu erreichen, denn eine reine Bewerbung, also nur das Anschreiben plus Unterlagen, nimmt keiner ernst, finde ich ein wenig schade, aber so läuft es anscheinend. Hatte auch schon wieder eine Absage im Briefkasten.

An meinem Forschungsantrag schreibe ich leider immernoch, meinem Gastprofessor gefällt mein Projekt in der Beschreibung noch nicht so gut. Also noch keine Ferien.

Hab letzte Woche meinen Schreibtisch geräumt, merkwürdiges Gefühl. Kann immernoch die Bibliothek nutzen und auch meine Experimente beenden, aber ohne Bezahlung.

Mittlerweile denke ich schon über Alternativen nach. Sollte ich vielleicht eine Bar eröffnen? In China Kuchen oder Bratwürste verkaufen? Oder einfach noch ein Jahr lang arbeitssuchend bleiben? Bin schon ein wenig traurig, dass ich gar nicht so richtig die Chance bekomme, mich zu beweisen, also dass die Unternehmen so uninteressiert an ausgebildeten Menschen sind.

 

Absagen fast letzter Teil Juni 29, 2012

Bin wieder in Deutschland.

Das Institut in China war wirklich schön, alles noch neu und der Campus ist relativ groß.

Aber ringsrum nur Dorf, und bis zur Stadtmitte sind es ein paar Kilometer, und dazwischen liegen Welten.

Ich habe dort meinen Vortrag gehalten, mich mit meinem Chef besprochen und mir die Wohnung da angeguckt.

Ist ganz nett da, aber man kann nicht wirklich mehr machen außer arbeiten.

Aber, jetzt kommts, Berlin hat mir ja leider abgesagt 😦

Auf meine Nachfrage hin habe ich eine echt liebe Email vom Chef bekommen, hilft mir ja aber auch nicht weiter

Liebe Frau ..,

vielen Dank noch einmal für Ihr Interesse und Ihre große Motivation für die (Firma in Berlin) arbeiten zu wollen.

Allein die Tatsache, dass wir Sie aus weit mehr als 100 Bewerbungen für eine Bewerbungsgespräche eingeladen haben, spricht für Sie und Ihre Qualifikationen. Weiterhin können wir Ihnen versichern, dass Sie bei Ihrem Bewerbungsgespräch einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben.

Dass es bei der großen Zahl an Bewerbungen doch noch Kandidaten gibt, die von Ihren Vorkenntnissen besser auf eine ausgeschriebene Stelle passen, sollte sie keinesfalls entmutigen.

Relevante Vorkenntnisse und/oder Berufserfahrungen können im Einzelfall hilfreich sein, es kommt jedoch immer sehr konkret auf die jeweils ausgeschriebene Stelle an.

Wir wünschen Ihnen für Ihre berufliche und private Zukunft alles Gute.

Klingt nett, aber wenn sie mich dann doch nicht haben wollen..Jetzt ist nur noch Dresden offen und KWS, weiter hatte ich mich aus Zeit- und Stellenmangel nicht beworben. Mittlerweile ist dies schon so eine Art Dauerwitz geworden:“Und warum sind sie Professor geworden?- Weil mich keiner aus der Industrie eingestellt hat.“

Wie makaber ist das denn?

Jetzt bewerbe ich mich für ein halbes Jahr auf ein DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) Stipendium für China, da kann ich immerhin erstmal Auslandserfahrung sammeln, vielleicht bringt es dann was. Und man bekommt mindestens das Doktorandengehalt von jetzt weiter bezahlt.

Hier muss man aber echt viel texten, Forschungs- und Zeitplan aufstellen und Chef nach Referenzen fragen.. Mein großer Chef war relativ sauer als ich meinte, dass ich einen Referenzbrief brauche bis Ende der Woche (ungefährer Wortlaut: Du bist nicht Zentrum des Universums). Finde ich merkwürdig, ist doch nicht meine Idee, dass man so Referenzen braucht. Ist meiner Meinung nach auch irgendwie bloß ein Zeichen dafür, dass man jemanden wichtigen kennt, quasi ein Vitamin B Grad.

Nagut, am Wochenende geht es wieder los mit Arbeiten und in 17 Tagen ist Verteidigung!

 

München Mai 29, 2012

München hat jetzt leider abgesagt, schade.

…wir danken Ihnen nochmals für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserer Kanzlei. Allerdings hatten wir die schwere Aufgabe, unter den zahlreichen sehr interessanten Bewerbungen eine Entscheidung treffen zu müssen. Dies ist uns nicht leicht gefallen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Wahl nicht auf Sie gefallen ist. Dies soll jedoch in keiner Weise eine Bewertung Ihrer fachlichen und beruflichen Fähigkeiten darstellen. Wir müssen Ihnen daher für die ausgeschriebene Stelle absagen und bitten Sie um Ihr Verständnis. Für Ihre anderweitigen Bewerbungen und Ihren zukünftigen beruflichen Werdegang wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen…

Allerdings gibt es wirklich viele Anwaltskanzleien, die bestimmt auch noch Biologen suchen,

muss ich mich wohl noch ein wenig umschauen.

 

Trefferquote Mai 3, 2012

Filed under: Absagen,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 3:08 pm
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Um neue Bewerbungen zu schreiben, habe ich heute ein wenig die Jobbörsen durchsucht.

Vor allem eines hat mich ein wenig deprimiert: aus ungefähr 60 Stellen die auf „Biologen“ passen würden,

hab ich eine gefunden, die auch auf mich zutreffen könnte.

Auf meine Anfrage hin, hieß es aber, dass die Stelle schon seit letzter Woche besetzt wäre.

Und die Stelle, auf die ich mich in Berlin beworen habe, ist seit dem 25.4. schon wieder neu ausgeschrieben..

Ob das jetzt eine automatische Aktualisierung ist oder nicht, ich komm mir dabei irgendwie übergangen vor. Schließlich wurde ich ja damit vertröstet, dass Entscheidungsträger auf Dienstreise wären und keine Entscheidungen getroffen werden könnten..

Angeblich suchen die ja auch mehrere Leute für das selbe Stellenprofil, aber merkwürdig finde ich es trotzdem.

Und hab damit auch nicht weniger Angst vorm Postkasten.

 

 
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