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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Stipendien-Lotto August 29, 2012

Der nächste Stipendienantrag ist im Briefkasten 🙂

Man kann sich zwar für mehrere Stipendien bewerben, letztendlich darf man aber nur eins davon wirklich annehmen.

In den Stipendienanträgen muss man aber immer mit angeben, ob man sich auch noch woanders beworben hat und meistens ist das dann ein negativer Bewertungspunkt, da man sich aus Sicht der Förderer natürlich nur speziell für ein Programm begeistern sollte.

Ich finde jedoch, dass es richtig viel Arbeit ist, sich für mehrere Stipendien gleichzeitig zu bewerben. Und es zeigt doch auch, dass man auf jeden Fall sein wissenschaftliches Projekt bearbeiten will, denn dieses Projekt hier kann zum Beispiel nur stattfinden, wenn ich Geld bekomme, da der Prof in Wien selbst nur über Stipendien finanziert wird. Er hätte demnach kein Geld, um mich von sich aus zu bezahlen, auch wenn das Projekt an dem ich arbeiten würde sehr spannend wäre.

Die Entscheidungen für das Marie Curie Stipendium fällt so gegen Dezember und die für Humboldt im Februar.

Ich habe jetzt auch meinen Flug gebucht, wenn alles klappt, fliege ich Anfang Oktober nach China.
Da muss ich mir jetzt noch einen Anbieter suchen, über den ich auch in China auf ein freies Internet zugreifen kann, damit ich weiter bloggen kann 🙂

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You have to play August 22, 2012

Letzte Woche hat dann noch alles super geklappt mit dem Hochladen meines Antrages. Jetzt habe ich so eine Art Antragsnummer bekommen und darf dann drauf warten, dass es eine Ergebnisliste gibt, ähnlich wie bei Klausuren. Da erfährt man dann erstmal ob man überhaupt über 70 Punkte (von 100) gekommen ist und überhaupt in Frage für ein Stipendium kommt. Danach wird einer Rangliste von oben nach unten das Geld verteilt. Es hängt extrem davon ab, wie man von den drei hoffentlich unabhängigen Gutachtern bewertet wird. Und davon, ob nicht noch ein paar Leute von ihrem Antrag zurücktreten. Letztes Jahr gab es in etwa 3000 Bewerber und am Ende haben so so ungefähr 400 bekommen. Ist ja auch europaweit. Dieses Jahr sind es sicherlich noch mehr Leute, da das Stipendium auch einen immer höheren Bekanntheitsgrad erreicht, und sich Leute von den letzten Jahren immer wieder mit verbesserten Anträgen bewerben dürfen. Das würde ich nächstes Jahr auf jeden Fall auch machen. Wie mein Chef so schön sagte: „You have to play, to see, if you can win.“ Fand ich voll passend.

Jetzt demnächst werde ich noch meinen Humboldtantrag abschicken. Und dann gehts ja auch schon bald nach China.

Habe heute auch noch meine ehemalige Biolehrerin getroffen, und ihr von meiner Situation kurz erzählt, sie fands auch traurig, dass alle ins Ausland gehen, weil sie hier nicht gebraucht werden. Ich hoffe, sie ist jetzt nicht traurig, dass ich Biologie studiert habe;-)

 

Marie Curie August 15, 2012

Juhu juhu, der Antrag ist fertig, und alle Gutachten hochgeladen-bis auf eins. Aber das ist in Arbeit, hoffen wir das Beste:)

Mein Zukunftsprof meinte auch, der Antrag wär doch noch ganz ordentlich geworden und dass es bei ihm früher einfacher war;)

Morgen nachmittag 17 Uhr ist alles entschieden, bis dahin muss ich alle submitted haben (das heißt hochgeladen ist alles schon, aber ich muss es noch bestätigen). Aber kann ja sein, dass meinem Zukunftsprof noch was über Nacht einfällt;)

Auf jeden Fall ist das schonmal eine Erleichterung:-)

 

Leipzig August 14, 2012

Das neue Biodiversitätszentrum in Leipzig hat einige schicke Stellen ausgeschrieben. Bewerbungsfrist ist der 31. August.

Ich hatte mich auch beworben, mir wurde sogar noch auf Anfrage mitgeteilt, dass ich gerne noch einen Referenzbrief schicken könnte.

Tja und das Ende vom Lied, mein Chef, der natürlich mehr weiss, da die Max Planck Gesellschaft einer der Geldgeber ist, hat mir dann mitgeteilt, dass diese Stelle schon seit fast einem Jahr an einen Kandidaten vergeben ist. Das trifft wahrscheinlich auf alle Stellen zu.

Schade, aber mal wieder ein Beispiel, dass wirklich nichts ohne Beziehungen funktioniert.

Aber dass man dann auch noch einläd und Hoffnungen weckt finde ich dreist. Irgendwas stimmt doch da überhaupt nicht mit dem System der Projektmitteleinwerbung und Projektdurchführung ganz generell. Wenn man vorher schon Kandidaten festlegt, dann sollte das auch im Antrag für das Projekt genau so ersichtlich sein.

 

 

Echte Stellen und kleine Unternehmen August 8, 2012

Nur kurz zu diesem Thema: Stellen, die ausgeschrieben werden und nicht existieren oder schon verplant sind.

Dieses Problem scheint es überall zu geben (bei GOOGLE mal Fake Stellen eingeben), aber ich selbst wurde damit noch nie konfrontiert, ich habe nie darüber nachgedacht, dass Stellen, die ausgeschrieben sind, nur dazu da sind, um Bewerber zu analysieren, automatisch erneuert werden, da die Anzeige löschen zuviel Aufwand bedeuten würde oder dass manche Stellen schon seit Jahren verplant sein können, man diese aber offiziell noch ausschreiben muss.

Am Dienstag hatte ich mit einer Personalerin gesprochen, die nun selbstständig ist und vor allem Seminare zum Bewerben von Naturwissenschaftlern gibt. Supernett, dass sie sich da solange Zeit genommen hat. Fazit des Telefonats:

1. Geduld! Es kann wirklich bis zu einem halben bis dreiviertel Jahr dauern, bis man etwas bekommt, wenn man sich sehr intensiv bemüht.

2. China ist auf beiden Wegen-Akademie oder Industrie- ein guter Weg, einmal da ich da vielleicht ein Stipendium bekomme und dann natürlich für den tollen Lebenslauf, aber auch, weil ich dann im März wiederkomme, und da generell mehr los ist auf dem Arbeitsmarkt.

3. Man sollte eher bei kleinen Firmen oder Kanzleien anfragen, ob man sich bewerben darf, bei den großen ist es mittlerweile auch so, dass sie sich bei der Auswahl von Bewerbern Jahre Zeit lassen können, um einen perfekten Bewerber zu finden.
Ich habe daraufhin erst einmal ein paar Kanzleien in München angeschrieben, bei einigen gab es sogar schon Antworten. Zwei arbeiten nicht im Bereich LifeSciences und bei der anderen wollten sie alle meine Unterlagen haben, die wurden angeblich angeschaut. Allerdings brauchen die dann doch auch grad keine Biologen, weil sie erst welche eingestellt haben. Aber zum Beispiel allein in München gibt es 229 Kanzleien. Am Ende reicht ja eine, und vielleicht ist es da wirklich im März besser mit den freien Stellen (oder zum Oktober hin).

 

 

Alternativen August 4, 2012

Am Dienstag habe ich meinen Hartz4 Antrag abgeschickt, und gleichzeitig noch eine Bewerbung für eine Stelle in Leipzig, dort wird ein neues Biodiversitätszentrum eröffnet und ich habe mich dort als Scientific Coordinator beworben. Allerdings hab ich dabei schon wieder ein schlechtes Gefühl, denn telefonisch habe ich dort niemanden erreicht, die haben wahrscheinlich Sommerferien. Und so ohne persönliche Beziehungen geht ja garnichts. Vielleicht versuch ich dann nächste Woche nochmal jemanden zu erreichen, denn eine reine Bewerbung, also nur das Anschreiben plus Unterlagen, nimmt keiner ernst, finde ich ein wenig schade, aber so läuft es anscheinend. Hatte auch schon wieder eine Absage im Briefkasten.

An meinem Forschungsantrag schreibe ich leider immernoch, meinem Gastprofessor gefällt mein Projekt in der Beschreibung noch nicht so gut. Also noch keine Ferien.

Hab letzte Woche meinen Schreibtisch geräumt, merkwürdiges Gefühl. Kann immernoch die Bibliothek nutzen und auch meine Experimente beenden, aber ohne Bezahlung.

Mittlerweile denke ich schon über Alternativen nach. Sollte ich vielleicht eine Bar eröffnen? In China Kuchen oder Bratwürste verkaufen? Oder einfach noch ein Jahr lang arbeitssuchend bleiben? Bin schon ein wenig traurig, dass ich gar nicht so richtig die Chance bekomme, mich zu beweisen, also dass die Unternehmen so uninteressiert an ausgebildeten Menschen sind.

 

 
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