fromsciencetobusiness

Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Auf Geld bewerben Juli 6, 2012

Da die Zeit bis zur Arbeitslosigkeit drängt musste ich jetzt einige Entscheidungen treffen.

Zu 90% fest steht jetzt, dass ich ab Oktober für ein halbes Jahr einen Postoktoranden Aufenthalt in China beginnen werde.

Immernoch in der Akademie, aber ich habe die Hoffnung, dass dieses halbes Jahr in meinen weiteren Bewerbungen hoch angesehen wird. Andererseits bin ich in der Zeit auch nicht arbeitslos und kann mir den ganzen Amtskram und das Schief-angeguckt-werden sparen. Für diesen China Aufenthalt ist es aber noch essentiell, dass ich ein Stipendium für meinen Auslandsaufenthalt bekomme. Dafür habe ich in den letzten Tagen einen Antrag an den DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) zusammengestellt. Dafür musste ich zum Englisch Sprachtest (der war sehr einfach: Text lesen, Text hören, beides schriftlich zusammenfassen und dann kurz drüber sprechen), bei meinem Chef und noch einem anderen Professor um ein tolles Gutachten betteln, Lebenslauf (Tabelle und ausformuliert), Publikationen und Stipendien zusammenheften und einen Forschungsplan aufstellen. Ich habe dabei eigentlich ein gutes Gefühl, da ich mich nur um 6 Monate und nicht gleich 2 Jahre beworben habe und auch schon einige Publikationen für mein Alter aufweisen kann.

Heute habe ich dann das DAAD Paket persönlichst zum Briefkasten getragen, leider gab es keine Kapelle, die dazu aufgespielt hat.

Zurück im Büro habe ich dann den nächsten Antrag abgeschlossen, an dem ich seit vielen Wochen „nebenbei“ arbeite. Dieser wäre dann von der Humboldtstiftung, die ich dazu überreden muss, mich 2 Jahre lang in Wien zu fördern. Wien ist nun nicht so exotisch wie China, deshalb kommt es hier besonders darauf an, die Exzellenz des Gastgebers und die Neuheit sowie Realisierbarkeit meines Projektes hervorzuheben. Jetzt ist der Forschungsplan (diesmal 10 Seiten) niedergeschrieben und recherchiert und erstmal zum Kontrolllesen bei 2 erfahreneren Mitarbeitern. Dann muss noch der Gastgeber in Wien sein okay geben und dann kann ich mich um die ganzen anderen Formalitäten kümmern, Abgabefrist ist hier im September, dann wird 6 Monate entschieden und dann so ab April könnte ich dann anfangen.

Ab August bin ich dann erstmal für 2 Monate arbeitslos. Offiziell. Ich glaube aber, das wird dann so eine Art Dauer- und Intensivbewerbungsmarathon, denn bis April muss ich dann entweder was finden oder mich für die Forschung in der Akademie entschieden haben (bzw. wird das ja für mich entschieden).

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3 Responses to “Auf Geld bewerben”

  1. Andreas S. Says:

    Mir gefällt nicht wo das ganze hingeht. Der Blog heißt ja „fromsciencetobusiness“ und nicht „fromuniversitytoacademia“ 😉 Nach fünf Bewerbungen aufgeben geht halt nicht mehr in einer Zeit wo manche Lehrstellenbewerber über hundert Bewerbungen schreiben müssen um einen Job zu bekommen.

    • Ja das stimmt. Ich hab auch nicht nur 5 Bewerbungen geschrieben, aber ja, ich war eben auch noch nicht arbeitslos und hatte einen oder zwei Monate Zeit mich mal durchgehend auf alles Mögliche zu bewerben. Tatsache ist aber auch, dass ich eben nicht alles machen will/kann, sondern eben auch eine passende Stelle suche. Und die sind wirklich sehr rar. Ich glaube einfach, die Angst vorm Arbeitslos sein drängt mich erstmal in die Richtung diese ganzen Stipendien zu beantragen, ablehnen kann man die immernoch, aber die Antragszeiten, also bis erstmal entschieden wird, liegen zwischen 3 und 9 Monaten und ich kann es mir nicht leisten, erst nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit aufzugeben um mich dann auf diese Stipendien zu bewerben. Dann bin ich jetzt lieber ein oder zwei Monate arbeitslos, bewerb mich intensiv und dann brauchen die Firmen meist eh minestens 3-6 Monate eh da mal eine Antwort kommt. Und solange geh ich eben erstmal nach China, vielleicht hilft es mir auch dabei zu entscheiden, wohin ich wirklich will, Akademie oder Wirtschaft.
      Und ja, der Blog heißt fromsciencetobusiness, aber, es steht auch daneben, dass es ein Selbstversuch ist 🙂


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