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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Arbeitsamt Juli 27, 2012

Heute mal wieder ein Arbeitsamt-Eintrag.

Nach dem ich nun heute zum dritten Mal in die Stadt gefahren bin und das Amt auch nicht zu hatte,

war es dann doch recht nett dort. Ich war in 4 unterschiedlichen Büros für die gleiche Sache 😉 und dann hab ich meinen Antrag mit nachhause bekommen, den darf ich jetzt übers Wochenende ausfüllen und bin dann ganz guter Dinge, dass wenigstens meine Krankenversicherung und ein Teil meiner Nebenkosten bezahlt wird.

 

Mein Antrag für Wien ist in der Endbearbeitung, hat nun doch länger gedauert, als ich dachte, aber ich denke, nächste Woche ist er dann fertig.

Alles andere ist auch schon gedruckt und getütet. Dann heißt es abwarten und Daumen drücken.

Werd mich dennoch weiter bewerben, hab auch schon wieder eine Stelle im Auge, da muss ich bald meine Bewerbung abschicken.

 

 

Jobsuche in Wien Juli 19, 2012

Meine Verteidigung am Montag war ganz schön anstrengend, gut, dass außer einigen Kollegen auch meine Freunde und meine Familie mit da waren. Die Fragerunde war sehr weiträumig gefasst, eigentlich hätte ich alles wissen müssen, was jemals in unserer Arbeitsgruppe geforscht worden ist, naja wusste ich eben nicht alles, die Note ist am Ende dann doch besser gewesen als ich befürchtet hatte.

Am Mittwoch bin ich dann nach Wien gefahren und war gleich bei dem Professor und seiner Arbeitsgruppe zum Grillen eingeladen, das war ganz nett, aber ich habe noch ein wenig gefremdelt 😉

Heute Morgen vor dem Frühstück habe ich dann meinen Verteidigungsvortrag noch um einige Projekthintergründe und Ideen erweitert und dann hier an der Uni Wien vorgetragen, das war so viel entspannter als zu meiner Defense. Danach habe ich mir das Labor angeschaut, mit Mitarbeitern gesprochen, und mich dann nochmal mit dem Prof hier über mein Projekt unterhalten.

Ich finde es sieht schon ganz gut aus, der Humboldtantrag sollte bald fertig sein, was fehlt ist jetzt nur noch die Projektbeschreibung, dann kann dieser Antrag auch in die Post.

Am Dienstag nach meiner Verteidigung kam dann noch die Absage aus Dresden, die war diesmal aber weniger nett formuliert, im Sinne von: …die Entscheidung fiel nicht zu ihren Gunsten aus, unter den Bewerbungen gab es eine andere, die optimal gepasst hat…

Sonst wird doch auch immer alles schön geredet, aber vielleicht bin ich auch schon zu verweichlicht;-)

 

 

Endzeit in Echtzeit Juli 13, 2012

Heute bin ich zu hause geblieben um ungestört meinen Verteidigungsvortrag zu üben.

In den letzten Tagen hatte ich nicht wirklich viel Zeit dazu, aber es bleibt noch Hoffnung.

Mein neuester Stipendienantrag ist jetzt übers Wochenende bei meinem Gastprofessor in Wien,

am Mittwoch schlage ich dort auf und muss am Donnerstag einen Vortrag halten, quasi meine Verteidigung und 5-10 Minuten über ein Projekt das ich ja erst frühestens April dort beginnen würde. Also in 10 Monaten, das ist irgendwie ganz schön schwer, da das Thema an sich neu für mich ist.

Hab in den letzten Tagen also an zwei Anträgen geschrieben und mich und den Prof und die Uni Wien beweihräuchert, schließlich muss man alle Vorzüge dick und fett betonen, damit man dann auch finanziert wird.

Ich habe mir auch noch nicht getraut in Dresden oder bei KWS anzurufen, um mal nach meinen letzten beiden offenen Bewerbungen zu fragen (wie gesagt, Bewerben werde ich mich erst wieder ab August).

Naja nach Montag ist sowieso alles schöner, denn dann habe ich die Verteidigung wie auch immer hinter mir.

Mein Freund kommt nachdem ich in Wien war, zu Besuch aus China und sein größter Wunsch war es, dass ich ihm auf Arbeit ein paar Pflanzen bestelle an denen er arbeiten kann, wenn er da ist. Was sich Postdokteranden so alles wünschen können 😉

 

Auf Geld bewerben Juli 6, 2012

Da die Zeit bis zur Arbeitslosigkeit drängt musste ich jetzt einige Entscheidungen treffen.

Zu 90% fest steht jetzt, dass ich ab Oktober für ein halbes Jahr einen Postoktoranden Aufenthalt in China beginnen werde.

Immernoch in der Akademie, aber ich habe die Hoffnung, dass dieses halbes Jahr in meinen weiteren Bewerbungen hoch angesehen wird. Andererseits bin ich in der Zeit auch nicht arbeitslos und kann mir den ganzen Amtskram und das Schief-angeguckt-werden sparen. Für diesen China Aufenthalt ist es aber noch essentiell, dass ich ein Stipendium für meinen Auslandsaufenthalt bekomme. Dafür habe ich in den letzten Tagen einen Antrag an den DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) zusammengestellt. Dafür musste ich zum Englisch Sprachtest (der war sehr einfach: Text lesen, Text hören, beides schriftlich zusammenfassen und dann kurz drüber sprechen), bei meinem Chef und noch einem anderen Professor um ein tolles Gutachten betteln, Lebenslauf (Tabelle und ausformuliert), Publikationen und Stipendien zusammenheften und einen Forschungsplan aufstellen. Ich habe dabei eigentlich ein gutes Gefühl, da ich mich nur um 6 Monate und nicht gleich 2 Jahre beworben habe und auch schon einige Publikationen für mein Alter aufweisen kann.

Heute habe ich dann das DAAD Paket persönlichst zum Briefkasten getragen, leider gab es keine Kapelle, die dazu aufgespielt hat.

Zurück im Büro habe ich dann den nächsten Antrag abgeschlossen, an dem ich seit vielen Wochen „nebenbei“ arbeite. Dieser wäre dann von der Humboldtstiftung, die ich dazu überreden muss, mich 2 Jahre lang in Wien zu fördern. Wien ist nun nicht so exotisch wie China, deshalb kommt es hier besonders darauf an, die Exzellenz des Gastgebers und die Neuheit sowie Realisierbarkeit meines Projektes hervorzuheben. Jetzt ist der Forschungsplan (diesmal 10 Seiten) niedergeschrieben und recherchiert und erstmal zum Kontrolllesen bei 2 erfahreneren Mitarbeitern. Dann muss noch der Gastgeber in Wien sein okay geben und dann kann ich mich um die ganzen anderen Formalitäten kümmern, Abgabefrist ist hier im September, dann wird 6 Monate entschieden und dann so ab April könnte ich dann anfangen.

Ab August bin ich dann erstmal für 2 Monate arbeitslos. Offiziell. Ich glaube aber, das wird dann so eine Art Dauer- und Intensivbewerbungsmarathon, denn bis April muss ich dann entweder was finden oder mich für die Forschung in der Akademie entschieden haben (bzw. wird das ja für mich entschieden).

 

Sex sells Juli 1, 2012

Nach dem ich nun wieder zu Hause angekommen bin, habe ich einigen Freunden schon von der Absage in Berlin erzählt.

Und was für einen Kommentar höre ich am meisten?

„Dann hättest du dich eben hochschlafen müssen“ – schließlich steht ja überall, dass Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt werden würden.

Dieser Kommentar regt echt zum Nachdenken an. Im ersten Moment denkt man natürlich, wirklich? geht´s noch? oder : wie sexistisch!

Und ich will auch nicht sagen, dass ich das machen würde, aber überlegt doch mal:

eine feste Stelle, super Gehalt, super Aufstiegschancen- und das für einmal Körper verkaufen! Ist doch super bezahlt, ich glaube, wenn ich auf die Straße gehen würde, würde ich nicht so viel bekommen 😉

Und wer sagt denn, dass sowas nicht auch bloß eine Art Bestechung oder Vitamin B ist (B statt für Beziehungen eben für body- Englisch für Körper)?

Scheint ja auch wirklich schwierig für Unternehmensleiter oder Personaler zu sein, zwischen all den eventuell „gleichwertigen“ Bewerbern den Besten rauszusuchen.

Da hat man eben grade mal den richtigen Sport unter Hobbies angegeben oder den Vater mit den guten Kontakten. Genauso was hilft ja dann, Entscheidungen zu begünstigen.

Da ich leider aus einer Familie ohne Biologen komme, helfen mir solche Familienkontakte nicht weiter. Und in der Industrie kenne ich auch kaum jemanden. Da muss ich mir überlegen, eben doch mal auf diese Messen zu gehen, bin eigentlich gegen solche Massenveranstaltungen und den direkten Konkurrenzkampf um ein 5 Minuten Gespräch.

Aber vielleicht ist das ja auch mal eine Art Herausforderung für mich. Und wer weiß, vielleicht hilft es ja, so ganz ohne Körpereinsatz!

 

 
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