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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

dual career couples April 10, 2012

Seit heute morgen bin ich für die nächsten Monate erstmal nur ein halbes “dual career couple”.

Daher möchte ich dieses Lebensmodell etwas mehr beleuchten.

Ich habe sogar einen wissenschaftlichen Artikel von Holahan and Gilbert, aus dem Journal Human Relations von sage und schreibe 1979 dazu gefunden! Scheint also nichts Neues zu sein, auch wenn dieser Begriff der „dual career couples“ immer häufiger auftritt. In dieser Studie wurden 28 dieser „Doppel-Karriere-Pärchen“ anonym befragt, in wie fern die gleichen beruflichen Anforderungen einen Einfluss auf die übliche Mann-Frau-Rollenverteilung hatten.

Die Behauptungen die aufgestellt wurden waren diese: 1) Frauen in diesem Modell hätten unter größeren Rollenkonflikten zu leiden als Männer, da sie nun eine zusätzliche Rolle übernehmen würden, vor allem im Hinblick auf das „Eltern-sein“ und 2) dass die Frauen bei entsprechender Unterstützung durch den Mann, guten Karrieremöglickeiten und Anerkennung als Frauen im Beruf, diese Konflikte viel weniger als solche empfinden würden.

Eines der (wie ich finde offensichtlichen) Ergebnisse, war unter anderem, dass Rollenkonflikte viel stärker bei Pärchen mit Kindern auftraten. Die Gruppe der Pärchen mit Kind war generell im privaten und beruflichen Bereich zufriedener, dafür befürworteten die Pärchen ohne Kind profeministische Bewegungen stärker. Der Konflikt zwischen dem beruflichen Ich und dem privaten Ich war in beiden Gruppen der Größte.

Zusammenfassend schreiben die Autoren, dass „dual career couples“ fuer eine Gleichheit innerhalb der Beziehung stehen, Entscheidungen eher zusammen getroffen werden und das Paar eine stärkere Einheit ist.  Allerdings würde dieses Modell noch nicht an eine „dual career family“ angepasst sein, also den Faktor des Kindes vernachlässigen.

Ich habe auch schon einige Wissenschaftler-Pärchen kennengelernt, und solange man Arbeit und Privat irgendwie verbinden kann, scheint das auch zu funktionieren. Einige Universitäten stellen sogar gerne Karrierepärchen ein, um die „Exzellenz“ zu sichern. Ich könnte mir vorstellen, dass das vor allem gut für die Frauen ist, die dann nicht unbedingt zurückstecken müssen, damit der Mann Karriere machen kann.

In meinem Fall ist es nun aber so, dass einer der Partner in der Forschung tätig ist und der andere in einem Unternehmen (so soll es jedenfalls bald sein), von „gemischten“ dual career couples habe ich noch nicht so viel gelesen oder gehört. Hier muss man sich dann eben selbst helfen und versuchen, beide Interessen aufeinander abzustimmen. Aber wer darf hier den Ton angeben? Schließlich wollen ja beide Karriere machen!

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2 Responses to “dual career couples”

  1. Dorina Says:

    Eine Frage: was versprichst du dir von „Karriere“? Geld macht nicht glücklich und Anerkennung sollte man auch so irgendwie bekommen. Und vor allem: bist du bereit den (in ein paar Artikeln vorher beschriebenen) Kinderwunsch hinter die Karriere zu stellen?! Wenn nicht, wird nach dem Kind, mit ziemlicher Sicherheit eh ein etwas anderes Denken eintreten: der Karrierewunsch hinter das Kind rücken und du vllt sogar freiwillig deinen Partner „den Ton“ angeben lässt. Wenn nicht, ist man ja in einer Partnerschaft um GEMEINSAM Entscheidungen zu fällen. Und das ist ja dann wirklich situationsabhängig und nicht so pauschal zu entscheiden.

    • Na von Karriere versprech ich mir neben dem Geld auch eine Befriedigung ueber geleistete Arbeit und Erfolgserlebnisse. Und da heutzutage beide arbeiten muessen und wollen, muss und will ich auch arbeiten, aber ich weiss nicht, ob ich mit halbtags arbeiten oder niedrigeren Positionen zufrieden waere, oder mit dem Land, in das vielleicht der Partner gehen muss fuer seine Karriere (und ich mit), denn er kann ja nicht ueberall alles forschen.
      Ich denke, ich muss aber sowieso erstmal den Joballtag abwarten, und die vielen Kinder, vielleicht bleib ich dann wirklich freiwillig zuhause..Mal wieder eine Bestaetigung fuer das „im Hier und Jetzt“ leben, denn meine Forschung waehrend der Doktorarbeit macht mir viel Spass. Wahrscheinlich waere ich schon traurig nicht voranzukommen. Auch mit Kind..


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