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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Inland oder Ausland? April 1, 2012

Filed under: Inland oder Ausland,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 1:38 pm
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Sollte man nach dem Doktor vielleicht erstmal ins Ausland gehen? Und wenn ja, als PostDoc oder in ein Unternehmen?

Während meines Studiums habe ich schonmal ein Semester  im Ausland verbracht, das war wirklich eine Erfahrung wert.

Mein Partner wird jetzt erstmal für ein Jahr als PostDoc ins Ausland gehen. Wird sicher schwierig für uns als Paar, aber da er in der Akademie bleiben will, ist ein Auslandsaufenthalt ja schon fast ein Muss. Er wird mit unserem ehemaligen Doktorvater mitgehen. Dieser wird ein neues Labor aufbauen, die Geräte sind also noch nicht vor Ort und auch die Mitarbeiter müssen sich erstmal zu einem Team einfinden. Bleibt erstmal eine Menge Zeit um Land und Leute kennenzulernen, ist dann gefühlt so eine Art bezahlter Urlaub. Sollte es mit der Industrie nicht klappen, könnte ich da auch mit hingehen. Da müsste ich mich dann allerdings vom Ausland aus bewerben, und eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch würde dann sicher viel intensiver durchdacht werden (vom Unternehmen aus). Außerdem würde ich dann auch wieder ein Jahr verlieren, was einen festen Job und ein Muttersein unter 30 angehen würde.

Und wie stehen die Chancen im Ausland in einem Unternehmen zu arbeiten? Die größeren Unternehmen wie Bayer, BASF und ähnliche, haben natürlich weltweit Standpunkte an denen man arbeiten könnte. Und innerhalb solcher Firmen ist auch der Ortswechsel einfacher.

Aber was könnte mich dazu bewegen ins Ausland zu gehen? Was hält mich in Deutschland? Hier habe ich ja auf jeden Fall meinen Freundeskreis und meine Familie, in eine andere Stadt zu ziehen, wäre da zwar auch schon ein kleines Abenteuer, aber der Heimweg innerhalb Deutschlands ist ja einfacher machbar, als zum Beispiel von den USA aus. Auch finde ich den Jobmarkt für Unternehmen in den USA noch unübersichtlicher als den in Deutschland. Da einen PostDoc zu bekommen ist allein durch meine Kontakte schon sehr viel leichter.

Ich glaube, wenn ich ins Ausland gehen würde, dann wohl eher als PostDoc. In der Akademie in Deutschland zu bleiben, finde ich schon alleine des Gehaltes wegen nicht lohnend, mal abgesehen davon, dass ich mich kulturell nicht wirklich weiterbilden könnte.

Eine Freundin sagte mir vor Kurzem, dass sie schon lieber in unserer Heimatstadt bleiben wollen würde. Für immer. Allein sich auf einen Ort „für immer“ festzulegen, finde ich ja schon sehr unheimlich. Aber ich gebe zu, dass ich da jetzt auch immer mal wieder drüber nachdenke. Sollte sich eine gute Stelle ergeben, müsste dann vielleicht auch eher mein Partner zurückstecken und mit in den Arbeitsort ziehen. Und dann hat man ja vielleicht Kinder und schon sitzt man ewig in einer Stadt fest. Das kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen, aber das sollte ich wohl bei der Wahl meines Jobs mit beachten..

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4 Responses to “Inland oder Ausland?”

  1. Dorina Says:

    Ich finde die Ortswahl sehr wichtig! Wenn man eine Wahl hat, ist das für mich ein wichtigerer Faktor als Gehalt zum Beispiel. (Natürlich in gewissen Grenzen.) Damit ist nicht ein geplanter, begrenzter Auslandsaufenthalt gemeint, sowas kann man immer mal machen. Aber ansonsten spiegelt die Ortswahl für mich auch die Prioritäten wider. Ziehe ich weg von Familie und Freunden, nur um mehr Geld zu haben? (wobei man hier manchmal nicht die Wahl hat, bzw nur die Wahl zwischen arbeitslos oder weg gehen)
    Ich finde Umzüge in andere Städte (und davon hatte ich einige) immer sehr anstrengend. Man muss sich neu orientieren, und ganz wichtig: neue Freunde finden. Im Arbeitsalltag kann das ziemlich schwierig werden. Andererseits öffnet ein Ortswechsel natürlich auch den Horizont und man blickt mal wieder über den Tellerrand, lernt andere Sachen kennen.
    Aber nichtsdestotrotz: Es ist keine Entscheidung für immer! Man kann sich immer umorientieren, wieder umziehen, auch mit Kindern! Deshalb sollte es nicht „unheimlich“ sein, man sitzt nicht ewig in einer Stadt fest! Egal, ob In- oder Ausland.

    • Das stimmt, man kann natuerlich immer wieder umziehen, die Frage ist dann aber, ob man es sich leisten kann einen gut bezahlten, sicheren Job aufzugeben, auch wenn die Jobsuche einfacher scheint, wenn man schon berufstaetig ist, soviele Stellen scheint es ja nicht zu geben.

  2. Allerdings kann ich von meiner Frau auch kaum verlangen, dass sie ihren gut bezahlten und unbefristeten Vertrag in der Wirtschaft aufgibt.

    Familienökonomisch gesehen ist das doch Wahnsinn, wenn das die Vorraussetzung ist, um die Vorraussetzungen für eine Karriere in der Wissenschaft zu machen.

    Man hat also die folgenden Optionen:
    * man zieht allein um, ergo Fernbeziehung und man sieht sein Kind nicht
    * man zieht gemeinsam um und der Partner muss ggf. eigene Stelle aufgeben, was oft mit beträchtlichen finanziellen Verlusten verbunden ist.

    • ja eben, beides keine optionen fuer mich. Ich moechte gerne eine Beziehung mit Kind und gutem Job fuer beide Partner. Scheint ja schon sehr viel verlangt zu sein. Ich bemuehe mich natuerlich auch, mich in groesseren Staedten zu bewerben, damit mein Freund dann dort auch was Spannendes fuer sich selbst finden kann. Und Ausland hat er dann ja hoffentlich abgehakt bis es mit dem Kind mal soweit ist. Ist natuerlich dann auch wieder einschraenkend fuer ihn, bleibt nur zu hoffen, dass sich sein Fokus dann auch mit Kind verschiebt 🙂


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