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Wie kommt man von der Forschung in die Wirtschaft? Ein Selbstversuch.

Kurz zum Kind März 30, 2012

Filed under: Kind und Karriere,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 3:24 pm
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In Martins Blog wurde auch das Thema Kind kommentiert

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/sonstiges/2012-03-28/der-sprung-von-der-akademischen-wissenschaft-in-die-industrie

Dazu wollt ich nur kurz was loswerden: Ich hab keins. Aber ich will eins. Dilemma.

Ich habe bei uns mal einen Kurs fuer Doktoranden besucht, der sich da nannte: Karriere und Familienplanung.

Ich hatte irgendwie erwartet, da wirklich hilfreiche Dinge zu lernen um in Zukunft gut mit Kind und Karriere umgehen zu koennen..Allerdings war ich da fast die Einzige ohne Kind und die Zusammenfassung fuer mich war: Schaff dir bloss kein Kind an, wenn du Karriere machen willst. Ich glaube, das war nicht die Absicht der Kursleiterin. Mittlerweile find ich das Thema aber nur deprimierend, ich habe mich bis jetzt nicht getraut ein Kind zu bekommen, um meine Doktorarbeit zu beenden. Und jetzt? Meine Optionen sind ja eigentlich nur Folgende: a) ich bekomme ein Kind und habe einen Doktor der mir nichts bringt, und ich weiss schon jetzt, dass ich dann wahrscheinlich auf einer halben Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin landen werde (wenn ich Glueck habe) oder b) ich bekomme erstmal keins und warte noch auf einen guten Job, in dem ich als Mutter auch noch weiter unterstuetzt werde und dann auch wieder in meinem Beruf problemlos Fuss fassen kann, hier muss ich aber bedenken, dass meine biologische Uhr tickt und meine Eizellen verfallen, oder c) ich bekomme kein Kind.

Mittlerweile tendiere ich ja zu Option b), und hoffe dann, mit meinem etwas besseren Gehalt in der Industrie, eventuelle gesundheitliche Nachteile meines Kindes ausgleichen zu koennen (ja klingt bloed, aber als Biologin kenne ich zahlreiche Studien dazu, die belegen, dass Kinder von aelteren Frauen eben benachteiligt sind). Alles in allem ist das Thema Kind und Karriere ganz schoen schwierig. Solange Frauen die Kinder bekommen muessen wird sich da wohl sobald auch nichts daran aendern.

Hat denn schon jemand Erfahrungen dazu gemacht? Welche Modelle fuer Mutterschutz, Mutterunterstuetzung, Mutterurlaub, Mutter-wieder-ins-Unternehmen, oder Familienglueck-neben-der-Karriere gibt es denn in der Industrie?

Waehrend meiner Doktorandenzeit hat hier nur eine Kollegin ein Kind bekommen, diese war jedoch ueber ein externes Stipendium finanziert und hat es dann auch fuer ein Jahr verlaengert plus mehr Lohn fuer das Muttersein bekommen. Ihr war es auch moeglich, durch Zusaetze in ihrem Stipendium Hilfswissenschaftler zu finanzieren, so dass sie jetzt kaum Zeit verloren hat. Dieses Modell gefaellt mir ganz gut, ist aber leider selten, da teuer und hilft mir jetzt im Moment auch nicht weiter.

 

Was bin ich wert? März 29, 2012

Filed under: Gehalt,Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 2:52 pm
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Eine Frage, die mich wirklich oft beschäftigt, ist mein zukünftiges Einkommen.

Zu meinem jetzigen Gehalt gab es am 28.03.2012 einen Artikel auf Spiegel online zu lesen:

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,823951,00.html

Für mich kam das relativ überraschend, denn bis jetzt hat das noch keinen so richtig interessiert, außer vielleicht einige Doktoranden.

An unserem Institut hatten sich im letzten Jahr ein paar Doktorandenvertreter zusammen gefunden und die Direktoren ein wenig unter Druck gesetzt (alle 2 Jahre gibt es ein Advisory Board Meeting in dem die Arbeit der Direktoren bewertet wird, darunter fällt auch die Doktorandenbetreuung).

Seit dem hat es einige Neuregelungen gegeben, leider gibt es dadurch nicht mehr feste Verträge, aber das Stipendium ist jetzt mehr wert und es gilt gleiches Recht für alle,

im 1. Jahr bekommen Doktoranden bei uns ein Stipendium von 1200 Euro, im 2. Jahr 1300 und im 3. Jahr 1340 Euro. Auch kann nun ohne Schwierigkeiten ein 4. Jahr beantragt werden, hier kann der Direktor aber auch wieder zum Stipendium vom 1. Jahr zurückkehren. Für Kinder gibt es nochmal um die 400 Euro extra und seit diesem Monat, bekommen wir sogar 50% aber nicht mehr als 100 Euro des Krankenkassenbeitrages zurückerstattet. Selbst die Berufsunfallversicherung konnte für 10 Euro im Monat beantragt werden und wurde dann auch wieder erstattet. Alles in allem eigentlich ganz gut.

Leider kann ich aber nicht einschätzen, was mir an „Rentenpunkten“ verloren geht, da habe ich keine Ahnung. Interessiert mich auch gerade nicht, da ich da grad fast gar nicht dran denke, an die Rente, vielleicht ein Fehler, aber das weiß ich nicht.

Oft wird kritisiert, dass Stipendienzeit nicht als Berufserfahrungszeit gewertet wird, das kommt aber immer auf das Unternehmen an. Einige sehen auch die Zeit der Doktorarbeit als Berufserfahrung an und passen demnach auch das Einstiegsgehalt an.

Aber wie hoch kann das denn jetzt sein? Wenn ich mich mit Doktoranden mit Vertrag vergleiche bekomme ich in etwa soviel wie eine halbe Stelle auf der ersten Lohnstufe im öffentlichen Dienst. Müsste ich also mindestens eine volle Stelle bezahlt bekommen, macht ca. 1300 Euro *2 *12, also ca. 31 200 Euro im Jahr brutto. Post Docs bekommen bei uns ab 1500 Euro aufwärts. Leider ist das hier aber auch geheim. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergibt Post Doc Stipendien von monatlich um die 1300 Euro (plus Kinder-, Reise- und Büchergeld). Im Internet habe ich auch schon versucht mehr über Einstiegsgehälter für Biologen zu finden, aber das sind Stufen zwischen 32000 und 54000 Euro, liegt also wirklich immer am Unternehmen und an den Verhandlungen. Aber wer traut sich die zu?

Und was sind denn bitte meine Argumente? Ich habe 3 Jahre im Labor gestanden und Ergebnisse publiziert, wer kann sich denn davon bitte was kaufen? Schließlich habe ich ja bloß meine Freizeit mit Forschung verbracht und wurde dafür auch noch bezahlt, früher hätte ich mir da einen König oder reichen Fürsten als Sponsor suchen müssen und heute? Und ich weiß ja auch nicht, was denn so das „Übliche Gehalt“ sein sollte.

Wie viel braucht man denn zum Leben und wie viel zum Sparen, wie viel für später und wie viel ist für Doktoren angemessen? Ein Freund meinte vor kurzem: „Ich habe zusammen mehr als 8 Jahre studiert und meine Doktorarbeit geschrieben und konnte mir nichts leisten oder ansparen in dieser Zeit, irgendwer muss jetzt dafür bezahlen.“

 

Mein Gastbeitrag

Filed under: Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 2:15 pm
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Hier nochmal mein Gastbeitrag auf Martins Blog:

 

Ich bin Doktorandin im Bereich der Pflanzenforschung, Ebene Molekularbiologie.

Ende Februar habe ich meine Dissertation nach guten 3 Jahren Laborarbeit eingereicht, und zu diesem Zeitpunkt bin ich auf ein neues Problem gestoßen:

Während langer Abende, Wochenenden oder einfach bloß anstrengenden Tagen in meinem Institut geisterte immer eine Illusion durch meinen Kopf: nach der Doktorarbeit arbeite ich in der Industrie! „Magische Industrie“  nenne ich es auch gerne, denn so richtig weiß eigentlich keiner, was das sein soll und wie man da hinkommt. Genau das probiere ich gerade aus und möchte mein Wissen darüber gern teilen, vermehrten und vielleicht muss ich es einfach auch nur loswerden.

Beginnen sollte man wahrscheinlich damit, was man eigentlich den ganzen Tag bei der Arbeit in der „Industrie“ tun möchte und kann. Oder eben damit, Stellen zu suchen, die irgendwie passend und spannend klingen. Ich hab mit letzterem angefangen und fleißig das Internet durchsucht. Sehr empfehlen möchte ich die Suchmaschinen auf www.jobvector.de und www.academics.de auch die Jobbörse der Uni Heidelberg ist ganz hilfreich.

Ich bin ein Fan von Seiten, die einem automatisch nach einmaligem Speichern meiner Suchwörter wöchentlich ganz von alleine neue Stellenanzeigen zuschicken. Man kann auch ewig selbst suchen, aber dafür gehen Tage drauf, und ich bin immer noch im Labor und „beende“ einige Projekte. Außerdem läuft mein Stipendium zum Glück noch bis zu meiner Verteidigung, ich kann mir also ein wenig Zeit lassen.

Hat man dann also eine schicke Stelle gefunden, kommt der nächste Schritt: Bewerbung schreiben, Zeugnisse einscannen, Lebenslauf und Publikationsliste (wenn vorhanden), alles muss fehlerfrei und perfekt formatiert aussehen, mal abgesehen vom Inhalt. Wichtig im Anschreiben sind Ergebnisse, vor allem wenn man wie ich in die „Industrie“ möchte. Teamfähig sind wir heute ja fast alle, furchtbar fleißig und motiviert sowieso, wichtig sind hier Belege. Fachpublikationen, Studentenbetreuung, Public Relations, Lange Nacht der Wissenschaften – alles Resultate, die einen Personaler oder Chef beeindrucken können.

Schlechte Erfahrung habe ich mit Firmenportalen, in die man sich eintragen soll, statt einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle. Noch heute bekomme ich von manchen Firmen standardisierte Mails, von wegen „ … wir begutachten ihre Unterlagen, und bitten sie daher noch um etwas Geduld …“. Außerdem weiß man bei solchen Portalen nicht genau, wer überhaupt gesucht wird und kann nur sehr unpersönlich eine riesige Mengen an Daten hinterlassen, der Aufwand lohnt meiner Meinung nach nicht. Bei größeren Firmen sollte man auch mit einer etwas längeren Bearbeitungszeit rechnen.

Nach etwas 2 Monaten hatte ich eine Bewerbung schon gedanklich beerdigt, als ich einen Anruf bekam und zu einen Bewerbungsgespräch eingeladen wurde. Ich war relativ fassungslos, aber eingeladen wurde ich trotzdem und hatte dann mein erstes Interview.

Dafür hatte ich mich vorher auf diversen Websites belesen, Freunde und Eltern befragt, und mich auf jeden Fall ziemlich stark unter Druck gesetzt, mehr gelernt als jemals zu einer Biologie-Prüfung und am Ende war ich ziemlich fertig. Für das Gespräch musste ich nach Berlin fahren, und mein Vorstellungsgespräch war eigentlich ein ganzer Vorstellungstag, mit einem Vortrag über meine Arbeit und mehreren Einzelgesprächen. Klingt gruselig, war dann aber relativ milde, denn ich musste fachlich fast nichts wissen, dafür sollte ich wiederholt beantworten, wie ich Probleme lösen würde, mit Kritik umgehen könnte und die ganz große Frage war immer wieder: Warum möchten sie in unserem Unternehmen arbeiten und nicht weiter in der Akademie bleiben? Da kann man ja schlecht sagen, weil ich Geld verdienen möchte für die Zeit, die ich arbeite, weil diese Zeit begrenzt wäre, weil man Anspruch auf Urlaub hätte und ein Arbeitsvertrag sowie ein langfristiges Arbeitsverhältnis das sind, was ich will. Merkwürdigerweise musste ich lang und breit erklären wieso ich nun in die angewandte Forschung möchte, obwohl fast alle der Befragenden selbst eine akademische Laufbahn hinter sich hatten. An dieser Stelle sollte wohl getestet werden, ob ich bloß aus dem Hamsterrad ausbrechen möchte, oder ob ich auch wirklich in einem Unternehmen arbeiten will.

Aber mal ehrlich, woher soll ich das eigentlich wissen? Ich war doch nie in einem Unternehmen tätig. Hätte ich hier als Student ein Praktikum absolvieren sollen? Und wer hat die Gelassenheit und das Geld, direkt nach dem (Bio-) Studium auf Jobsuche zu gehen, so ganz ohne Berufserfahrung? Also sucht man sich ein nettes Thema für seine Doktorarbeit, weiß, dass man erst mal für drei bis vier Jahre versorgt ist und begreift dann nach und nach, dass man entweder direkt in die „Industrie“ hätte gehen sollen, oder aber man fängt dann an, sich Methoden anzueignen, die später von Nutzen außerhalb der Forschung sein könnten (Zeitmanagement, Projektmanagement, Lehrqualifikationen). Aber vor Beginn meiner Thesis hätte ich mir auch eine Laufbahn in der Akademie vorstellen können.

Nun muss ich zwei bis drei Wochen auf eine Entscheidung warten, ich habe allerdings auch noch andere Bewerbungen laufen und gerade wieder eine abgeschickt, diesmal nach München.

Wichtige Punkte, die ich noch klären möchte, sind zum Beispiel:

  • Die Höhe des Gehalts einer ausgebildeten Doktorandin in der „Industrie: da sagt einem keiner was dazu! In manchen Instituten scheint es sogar ein Kündigungsgrund zu sein, über das Gehalt zu reden. Warum?
  • In welchen Berufen kann man als fertiger Doktor überhaupt arbeiten? Wer will mich?
  • Was können andere besser (wie geht man mit Absagen um)?

Einige dieser Fragen hoffe ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate beantworten zu können, für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar. Daher wird man mich in meinem Blog begleiten können.

 

Der erste Beitrag :)

Filed under: Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 8:41 am
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Hallo,

der Martin hat auf seinem Blog meinen ersten „grossen“ Beitrag online gestellt,

und zwar unter dieser Adresse:

http://t.co/7gXnxqtF

Lesen!:)
 

los gehts! März 27, 2012

Filed under: Wissenschaft und Wirtschaft — molekularbiologin @ 8:03 pm
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Hallo,

als angehende Doktorin der Naturwissenschaften liegt nun eine neue Herausfoderung vor mir:

Wie schaffe ich den Sprung aus dem Hamsterrad in ein Unternehmen in der Industrie?

Welche Jobpositionen sind die Richtigen für mich?

Wer stellt mich ein, wer braucht mich?

Was verdien ich, was sind die Vor- und Nachteile eines „echten Jobs“?

Alles Fragen die ich demnächst hier klären möchte, für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar.

Mein erster Beitrag wird ein Gastbeitrag bei Martin Ballaschk sein:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus

Bis bald!

 

 
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